Sonnenlicht stark, Kunstlicht schwach
Forscher
des Ecole Polytechnique Federale de Lausanne studierten über einen
Zeitraum von einer Woche hinweg die innere Uhr von 29 Männern und
Frauen. Die Studienteilnehmer hielten sich an einen festgelegten
Schlafstundenplan. Zusätzlich begab sich jeder Studienteilnehmer für
zwei Tage je acht Stunden ins Labor. Am ersten Tag hielten sie sich in
einem Raum auf, den große Fenster hell beleuchteten. Es herrschte eine
Lichtintensität von 1000 bis 2000 Lux. Den zweiten Tag verbrachten sie
in einem fensterlosen Raum, den eine Lampe mit 170 Lux beleuchtete. An
beiden Tagen saßen die Studienteilnehmer während der beiden letzten
Stunden in einem halbdunklen Raum mit nur sechs Lux. Dieser Raum
simulierte die Abendstunden nach Sonnenuntergang.
Die Forscher
führten mit den Studienteilnehmern Gedächtnistests durch und befragten
die Teilnehmer alle 30 Minuten, wie schläfrig sie sich fühlten.
Sonne macht munter
Das
Ergebnis: Die Studienteilnehmer fühlten sich weniger schläfrig, wenn
sie den Tag in einem Raum mit Tageslicht verbracht hatten. Auch bei den
Gedächtnistests schnitten sie nach dem Tag mit natürlichem Lichteinfall
besser ab. Die Wachsamkeit und größere Aufmerksamkeit hielt sich noch
einige Zeit, nachdem die Studienteilnehmer den mit Tageslicht erfüllten
Raum verließen.
Auf unsere Leistungsfähigkeit und Konzentration
wirkt sich Tageslicht somit positiver aus als Kunstlicht. Dabei scheint
es nicht wesentlich zu sein, ob der Betroffene sich direkt im Freien
aufhält oder das Licht nur durch ein Fenster hinein scheint. Die
positive Wirkung des Tageslichts lässt sich aBild: Leonie Beermann/ pi
19.06.2012 | Von: Sandra Göbel;